Die Geschichte der „Alten Sagi“ Leissigen in Kürze

In Leissigen am Thunersee steht die einzige erhaltene Säge von historischer Bedeutung.

Mit grosser Wahrscheinlichkeit bestand hier schon vor dem jetzt restaurierten Gebäude ein Sägereibetrieb. Trotz der detaillierten Holzuntersuchungen kann über das Baudatum der heutigen Sagi keine genaue Aussage gemacht werden, zumal die verbauten Hölzer nicht von demselben Standort stammen. Die Inschrift auf dem Holzbalken von 1841 könnte zwar einen Anhaltspunkt bilden, korrespondiert aber nicht mit den Holzanalysen, die eher auf ein jüngeres Datum hinweisen (1878). Mit Bestimmtheit kann gesagt werden, dass die Sagi den schönen Standort am Thunersee schon weit über 100 Jahre prägt.

1985 erwarb die Einwohnergemeinde das Grundstück aus privater Hand, mit den Gebäuden Sägereibau, Wohnhaus und Scheune (siehe Bild Startseite).

1995 wurden das Wohnhaus und die Scheune abgebrochen und der verbleibende Sägereibau restauriert.

2002 konnte das Wasserrad der Sagi, dank der finanziellen Unterstützung des Berner Heimatschutzes und dem Gratiseinsatz der Berufsschüler (Zimmermannen) aus Frutigen unter der Leitung von Hans Rupp und Marcel von Reding restauriert werden.

2004 gründeten 13 Mitglieder den Verein „Alti Sagi“, mit dem Ziel, den historischen Sägereibetrieb mit den drei Technologiezyklen, der Wasserkraft, dem Petrol- und dem Elektromotor wieder aufleben zu lassen.

2008 Baupublikation, Projektverfasserin: Blaser Architektur AG, Leissigen.

2009 Beginn der Restauration. Das gesamte Innenleben der Sagi wurde mit Hilfe der Polymechaniker-Lehrlinge sowie freiwilligen Helfern ausgebaut und in die diversen Werkstätten zur Restaurierung abtransportiert. 2'500 Arbeitstunden (gesamter Arbeitsaufwand der Lehrlinge mit Aus- und Einbau), wurden nicht in Rechnung gestellt. Ein Demoraum mit einem gläsernen Boden und die Infrastruktur für die Sägereieinrichtungen, eine Toilettenanlage, eine komplett eingerichtete Küche im erweiterten Glasanbau an das alte Gebäude wurden erstellt. Während zahlreichen Stunden stellten freiwillige Helfer, wie Walter Willy (Petrolmotor), Gurtner Bruno (Sägereibetrieb) und viele mehr ihre Zeit und Wissen unentgeltlich zur Verfügung. Auch Dank der finanziellen Unterstützung des Kantons, der Gemeinde, den Sponsoren und der guten Zusammenarbeit mit den motivierten Handwerkern konnte das Projekt realisiert werden.

Am 08. Mai 2010 fand die Eröffnung und Einweihung der total renovierten alten Sagi und dem Sägereibetrieb mit den drei Technologien statt. Die Sagi läuft und sägt. Laut Presse entstand ein Bijou, und aus einer Ruine wurde ein Schmuckstück, welches vielfältig nutzbar ist. Neben dem technischen Museumsbetrieb wird im historischen Gebäude die Geschichte der alten Sagi erzählt. Daneben findet sich genügend Platz für kulturelle und gesellige Anlässe wie Hochzeiten, Sitzungen etc. Das Zusammenspiel historisch Wertvolles zu erhalten und gleichzeitig Räume wirtschaftlich nutzen zu können, war eine Herausforderung. Der Aufwand hat sich gelohnt.